06.08.2020

Weltweit leben 40 Millionen Menschen in moderner Sklaverei und 152 Millionen Kinder müssen arbeiten

Neue Forschungsergebnisse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO); der Walk Free Stiftung und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben das wahre Ausmaß von moderner Sklaverei weltweit aufgezeigt. Die neuen Daten wurden zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York präsentiert. Demnach waren im Jahr 2016 mehr als 40 Millionen Menschen Opfer von modernen Formen der Sklaverei. Die ILO hat zudem Schätzungen zur Kinderarbeit veröffentlicht, die bestätigen, dass 152 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und siebzehn Jahren Kinderarbeit leisten. Die Zahlen zeigen, dass Frauen und Mädchen mit 29 Millionen oder 71 Prozent überproportional häufig von moderner Sklaverei betroffen sind. Frauen sind zudem zu 99 Prozent Opfer von Zwangsarbeit in der kommerziellen Sexindustrie. 84 Prozent erleiden Zwangsheiraten. Die Forschungen belegen, dass unter den 40 Millionen Opfern der modernen Sklaverei, 25 Millionen in Zwangsarbeit leben. 15 Millionen wurden zwangsverheiratet. Kinderarbeit konzentriert sich hauptsächlich in der Landwirtschaft (70,9 Prozent). Fast eines von fünf Kinderarbeitern arbeitet für Dienstleister (17,1 Prozent) und 11,9 Prozent sind in der Industrie zu finden.

Abschaffung der Kinderarbeit: Universelle Ratifizierung des ILO-Übereinkommen zum Verbot von Kinderarbeit

Alle Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation haben das ILO-Übereinkommen zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Internationalen Arbeitsorganisation ist ein internationales ILO-Übereinkommen von allen 187 Mitgliedstaaten ratifiziert worden. Das Übereinkommen Nr.182 fordert das Verbot und die Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel. Es verbietet den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten, Prostitution, Pornographie und illegalen Aktivitäten wie Drogenhandel und bei gefährlichen Arbeiten. Das Übereinkommen 182 gehört zu den acht grundlegenden ILO-Kernarbeitsnormen. Diese umfassen die Abschaffung der Kinderarbeit, die Beseitigung der Zwangsarbeit, die Abschaffung der arbeitsbedingten Diskriminierung und das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. Diese Grundsätze sind auch in der Erklärung der ILO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit (1998) enthalten.

 

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