Arne Dreißigacker
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V.
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V.
Prof. Dr. Anna Isenhardt
Fachhochschule Kiel
Fachhochschule Kiel
Abstract:
Eine offene Gesellschaft eröffnet Chancen und Möglichkeiten der Partizipation für alle, ist jedoch auch mit einer Zunahme von Konflikten und reaktionären Phänomenen konfrontiert (vgl. El-Mafaalani 2023). Dazu zählt die Zunahme sogenannter Hate Speech, also verbaler Angriffe gegen Personen oder soziale Gruppen aufgrund bestimmter individueller Merkmale wie der Hautfarbe, des religiösen Glaubens oder der sexuellen Orientierung. Hate Speech kann als eine Form der Vorurteilskriminalität bezeichnet werden (Sheppard, Lawshe & McDevitt, 2021), die mit vergleichsweise schwerwiegenden Konsequenzen für die Viktimisierten verbunden ist (Benier, 2017; Dreißigacker, Riesner & Groß, 2020; Gelber & McNamara, 2016) und sich zunehmend im Internet manifestiert (UNESCO, 2021). Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Hate Speech innerhalb und außerhalb des Internets hinsichtlich der emotionalen Folgen für die Betroffenen unterscheidet. Dazu werden die Ergebnisse einer Sekundäranalyse der Daten einer repräsentative Bevölkerungsbefragung in Niedersachsen zum Thema Cyberkriminalität im Jahr 2020 (N = 4.102) präsentiert und in den Forschungsstand eingeordnet.
Arne Dreißigacker

Arne Dreißigacker ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. (KFN). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das Kriminalitätsdunkelfeld, Wohnungseinbruchdiebstahl, Vorurteilskriminalität und Cyberkriminalität.
Prof. Dr. Anna Isenhardt

Prof. Dr. Anna Isenhardt ist Sozialpädagogin und Kriminologin und Professorin für Soziale Arbeit im Kontext von Delinquenz an der Fachhochschule Kiel. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören der Justizvollzug, die Opferforschung und Cyberkriminalität.