Kongressprogramm

Linksextremismus? Phänomen, Ursachen und Präventionsansätze

Laura Treskow
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Abstract:
Im Jahr 2017 zog ein sogenannter „Schwarzer Block“ durch Hamburgs Straßen und hinterließ nach dem G20-Gipfel Spuren der Gewalt, die die Anwohner*innen noch tagelang beschäftigten. Polizeilich werden solche Straftaten als eine besondere Form der politischen Motivation erfasst. Sie werden als solche Delikte registriert, die auf links-politische Einstellungsmuster zurückgeführt werden. Jährlich werden bundesweit etwa 10.000 dieser Straftaten registriert (2013-2023). Bisher wurde sich eher aus politikwissenschaftlicher Richtung dem Themenfeld angenähert, wobei die Forschungslandschaft insgesamt noch als äußerst defizitär beschrieben werden muss.
Dieser Beitrag beleuchtet aus kriminologisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive Impulse zum Phänomen, möglichen Ursachen für die Hinwendung zu extremistischen Ideologien und möglichen Präventionsansätzen. Dabei fließen Ergebnisse eines Forschungsprojekts ein, das gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen durchgeführt wurde (siehe Treskow & Baier 2020). In diesem Beitrag werden ferner Ergebnisse aus repräsentativen Befragungen von Schüler*innen der neunten Jahrgangsstufe aus Niedersachsen zwischen den Jahren 2013 und 2022 präsentiert und ein Einblick über die Entwicklung und Verbreitung von linksgerichteten Einstellungsmustern und Handlungen gegeben.
Laura Treskow
 Laura Treskow

Laura Treskow ist seit 2015 als Sozialwissenschaftlerin am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. tätig. Sie forscht zu Themenfeldern der Migrationssoziologie/Fluchtforschung, Viktimologie/Opferhilfe, Radikalisierung und Extremismus sowie im Bereich der Gesetzesevaluationen und zu Sanktionen im Sport.