Michael Laumer
Bayerisches Landeskriminalamt
Bayerisches Landeskriminalamt
Abstract:
Derzeit liegen keine Erkenntnisse vor, die aus statistischer Sicht für eine qualitative Änderung bei Gewaltdelikten unter jungen Menschen sprechen würde. Selbst die seit 2013 durchgeführten periodischen Dunkelfeldbefragungen des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen (zuletzt in 2022) liefern keine entsprechenden Hinweise. Um eine empirische Antwort auf die Brutalisierungsthese zu finden, erfolgt eine wissenschaftliche Analyse von jeweils 300 polizeilichen Sachverhalten aus den Jahren vor und nach der Covid-19-Pandemie. Im Fokus stehen dabei die in der Polizeilichen Kriminalstatistik (Bayern) erfassten Körperverletzungen und Raubdelikte von Kindern und Jugendlichen.
Die Auswertung der qualitätsentscheidenden Variablen – Tatmittel, Begehungsweisen und Verletzungsgrad der Opfer – hat gezeigt, dass bei jungen Menschen für die betrachteten Jahre 2019 und 2022 nicht von einer zunehmenden Verrohung und Brutalisierung gesprochen werden kann.
Die Auswertung der qualitätsentscheidenden Variablen – Tatmittel, Begehungsweisen und Verletzungsgrad der Opfer – hat gezeigt, dass bei jungen Menschen für die betrachteten Jahre 2019 und 2022 nicht von einer zunehmenden Verrohung und Brutalisierung gesprochen werden kann.
Michael Laumer
Seit 2009 Mitarbeiter der Kriminologischen Forschungsgruppe (KFG) beim Bayer. Landeskriminalamt.
Magister-Abschluss im Jahr 2014 im Studiengang „Soziale Verhaltenswissenschaften“ an der Fernuniversität in Hagen.
Zentrales Aufgabengebiet ist die jährliche Erstellung des Berichts zur Kriminalität und Viktimisierung junger Menschen in Bayern. Dabei werden in einem Sonderteil verschiedene Phänomene empirisch analysiert, wie z.B. die „Verbreitung von Pornografie unter Jugendlichen“ (2020), „Auswirkungen partnerschaftlicher Gewalt auf anwesende Kinder“ (2021) und "Gewaltbereite Jugendgruppen in Großstädten" (2022).
Aktuelle Analyse: Räuberische Erpressung unter Jugendlichen.