Lukas Boll
Landeskriminalamt Niedersachsen
Landeskriminalamt Niedersachsen
Abstract:
Das Phänomen vorurteilsmotivierter Straftaten, auch bezeichnet als Hasskriminalität, rückt im zunehmend in den Fokus öffentlicher Diskussionen. Bestehende Studien befassen sich zwar mit der Viktimisierung durch vorurteilsgeleitete Taten in einzelnen gesellschaftlichen Gruppen, die Betroffenheit von Hasskriminalität in mehrfach marginalisierten Gruppen wurde bislang jedoch kaum wissenschaftlich untersucht. Der Vortrag geht auf diese Forschungslücke ein. Anhand einer Stichprobe von 11.306 Personen aus Hannover und Hamburg werden Risikofaktoren für die Viktimisierung von Hasskriminalität untersucht. Dabei wird mit Hilfe des Konzepts der Intersektionalität ein besonderes Augenmerk auf die Kombination verschiedener Risikofaktoren gelegt. In der statistischen Auswertung zeigt sich beispielsweise, dass eine Fremdwahrnehmung als „nicht deutsch aussehend“ für männliche und weibliche Befragte das Risiko vorurteilsmotivierter Viktimisierung steigert. Bei queeren Befragten lässt sich dieser Einfluss hingegen nicht festst
Lukas Boll

Lukas Boll studierte Soziologie in Hannover. Bis 2021 war er tätig am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Seit 2022 ist er Teil der kriminologischen Forschung am Landeskriminalamt Niedersachsen (Dez. "Forschung, Prävention, Jugend"). Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Vorurteilskriminalität und Jugenddelinquenz.