Dr. Figen Özsöz
Bayerisches Landeskriminalamt
Bayerisches Landeskriminalamt
Abstract:
Hasskriminalität gegen LSBTIQ-Personen ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem, das sowohl rechtliche als auch soziale Dimensionen umfasst. Diese besondere Form der Diskriminierung und Gewalt richtet sich gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdruck und hat tiefgreifende Auswirkungen sowohl auf die individuellen Betroffenen als auch auf die gesamte soziale Gruppe, die allgemein als „Queere“ Gemeinschaft bezeichnet werden kann. Kriminologische Studien zeigen, dass LSBTIQ-Personen überproportional häufig Opfer von sozialer Ausgrenzung, Aggression und gewalttätigen Übergriffen werden, was zu einem Klima der Angst und Unsicherheit führt. Als Folge von Stigmatisierung und Verunsicherung ist nur ein geringer Teil der Betroffenen bereit, über Diskriminierungserfahrungen zu berichten und Straftaten bei der Polizei anzuzeigen. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Hasskriminalität gegen LSBTIQ im Hinblick auf Viktimisierungserfahrungen und deren Einfluss auf das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen in die Polizei dargestellt. Anschließend werden diese Ergebnisse vor dem Hintergrund des polizeilichen Umgangs mit dieser speziellen Opfergruppe beleuchtet und Präventionsmöglichkeiten aufgezeigt.
Dr. Figen Özsöz
Figen Özsöz ist Leiterin der Kriminologischen Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei (KFG). Sie studierte Psychologie an der Technischen Universität Darmstadt. Von 2004 bis 2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg. Seit 2020 ist sie regelmäßig als Lehrbeauftragte im Fachbereich Polizei an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a. Hasskriminalität, Gewaltkriminalität, Kinder- und Jugendkriminalität, Viktimologie.