Kongressprogramm

Messer als Selbstschutz – Eine quantitative Analyse

Viktoria Bosold
LKA Niedersachsen
Stephanie Fleischer
LKA Niedersachsen

Abstract:
Die steigende Zahl von Gewalttaten mit Messern im öffentlichen Raum und die damit einhergehende mediale Berichtserstattung haben in den letzten Jahren zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion geführt. Als maßgebliche Einflussfaktoren für das Tragen von Messern werden häufig antisoziale Persönlichkeitsmerkmale, differentielle Assoziationsprozesse und das Bedürfnis nach Selbstschutz angeführt.
Der Vortrag zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen dem Tragen von Messern aufgrund des Selbstschutzes und individuellen sowie soziostrukturellen Faktoren zu analysieren. Im Fokus stehen dabei die Rolle der Kriminalitätsfurcht, Viktimisierungserfahrungen sowie die Bedeutung der sozialen Lage und des sozialen Nahraums.
Datenbasis ist die Welle der niedersächsischen „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität“ aus dem Jahr 2023. Insgesamt beteiligten sich fast 16.000 Personen an der Befragung. Die Daten sind nach Alter, Geschlecht sowie Gebiet der sechs Polizeidirektionen repräsentativ.
Erste Ergebnisse zeigen, dass Viktimisierungserfahrungen und Kriminalitätsfurcht das Tragen von Messern begünstigen. Während der sozialen Nahraum, insbesondere die Nachbarschaftsqualität, aber nicht die Wohnortgröße, einen negativen Einfluss haben. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, Präventionsmaßnahmen gezielter zu gestalten und die öffentliche Debatte über das Thema zu versachlichen.
Viktoria Bosold
 Viktoria Bosold

Viktoria Bosold ist in verschiedenen Funktionen bereits seit 2018 in der Forschungsstelle tätig. Die studierte Sozialwissenschaftlerin beschäftigt sich mit verschiedenen kriminologischen Fragestellungen unter anderem im Bereich Hasskriminalität und Demokratievertrauen. Seit 2021 ist sie wissenschaftliche Leitung der niedersächsischen Dunkelfeldstudie im Dezernat Forschung | Prävention | Jugend.

Stephanie Fleischer
 Stephanie Fleischer

Stephanie Fleischer ist Soziologin und arbeitet seit 2023 für das Dezernat Forschung | Prävention | Jugend des LKAs Niedersachsen. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowohl am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. als auch an der Hochschule Bremerhaven tätig. Ihre wissenschaftliche Expertise liegt auf der Erforschung von Migration, häuslicher Gewalt und Hasskriminalität.

Montag, 23. Juni 2025
13:00 - 13:45 Uhr
Vortrag