Kongressprogramm

Brücken bauen: Präventionsarbeit und Psychologie

Dr. Michaela Baumann
Vereinigung Pestalozzi gGmbH
Alexander Gesing
IFAK e.V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit
Gloriett Kargl
Violence Prevention Network
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan
Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung – DHBW – Stuttgart
Prof. Dr. Marius Raab
Technische Hochschule Nürnberg

Abstract:
Nicht erst seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist Professionellen an der Schnittstelle zwischen Distanzierungsarbeit im Bereich des sogenannten Islamismus und Gesundheits- und Heilberufen klar, wie vielfältig der Einfluss internationaler politischer Dynamiken auf der individuellen Ebene sein kann. Individuelle Belastungen und die Radikalisierung bestimmter Gruppierungen können daraus folgen und ergeben Handlungsbedarf im Sinne des gesellschaftlichen Friedens in Deutschland. Das Panel unternimmt den Versuch, diesen Einfluss näher zu betrachten und Möglichkeiten des Umgangs mit diesem in Psychotherapie und Distanzierungsarbeit zu eruieren. Dabei lotet es auf individueller Ebene die Vielschichtigkeit von Radikalisierungs– und Distanzierungsprozessen aus. Exemplarisch beschäftigt es sich ebenfalls mit den psychischen und sozialen Folgen von wahrgenommener Gewalt, aber auch möglichen (religiösen) Copingstrategien. Auf struktureller Ebene nimmt es Implikationen für die Distanzierungsarbeit in den Blick.
Dr. Michaela Baumann

Dr. Michaela Baumann ist Soziologin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin. Aktuell arbeitet sie als Teamleitung im Projekt „Kommunale Fachberatung: Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ im Legato-Projektverbund. Zuvor hat sie im Projekt „Clearingstelle Radikalisierungsprävention an den Schnittstellen des SGB VIII“ gearbeitet und an der Universität Osnabrück im Fach Erziehungswissenschaft geforscht und gelehrt.

Alexander Gesing
 Alexander Gesing

Alexander Gesing studierte Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Bochum und Sozialwissenschaften mit einem Schwerpunkt in Globalisierung, Transnationalisierung und Governance an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg Essen. Zunächst arbeitete er in der Kinder- und Jugendhilfe, unter anderem mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten und obdachlosen Jugendlichen sowie in der Forschung im Central European Network on Fatherhood in Dortmund und Wien. Seit 2017 ist er beim Beratungsnetzwerk Grenzgänger der IFAK e.V. tätig und übernimmt hier die stellvertretende Leitung. Grenzgänger bietet Umfeldberatung, Distanzierungsarbeit und Bildungsarbeit im Bereich des islamistischen Extremismus an. Alexander Gesing ist hier insbesondere für die Bereiche „Fach- und Beratungsstelle Islamismus und Flucht“ und „EVOLUO – psychologische Fachkenntnisse und Coaching für Berater*innen im Themenfeld (De-)Radikalisierung“ verantwortlich.

Gloriett Kargl
 Gloriett Kargl

Gloriett Kargl, Erziehungswissenschaftlerin und Psychologin, bringt langjährige praktische Erfahrung in der offenen Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und der Beratung von Aussteiger*innen aus destruktiven Gruppen mit. Seit 2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Violence Prevention Network tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die Beratung und soziale Diagnostik im Bereich der Extremismusprävention. Sie arbeitet seit 2022 im Projekt „EVOLUO – Psychologische Fachkenntnisse und Coaching für Berater*innen im Themenfeld (De-)Radikalisierung“ mit.

Prof. Dr. Marius Raab

Marius Raab ist Professor an der Fakultät Sozialwissenschaften der TH Nürnberg. Er lehrt dort Psychologie und Human Factors, und forscht als Psychologie und Informatiker über Verschwörungstheorien, Spiel und Gamification, und Ästhetik.