Kongressprogramm

Kriminalprävention in der Stadtplanung

Melanie Schlüter
Landeskriminalamt Niedersachsen
Dr. Anke Schröder
Landeskriminalamt Niedersachsen

Abstract:
Werden Teile eines Gebietes oder Quartiers neu geplant oder umgenutzt, geschieht dies immer in bestehenden räumlichen Situationen und historisch gewachsenen Bezügen. Eine Neu- bzw. Umnutzung führt unwillkürlich zu Veränderungen wie Auf- oder Abwertung in bestehenden Strukturen. Auch unterliegen diese Prozesse städtebaulichen Leitlinien resp. kommunalen Vorgaben. Daher gilt es, bereits in der Planungsphase Analysen über das Gebiet hinaus vorzunehmen und potenzielle Risiken und Chancen zu prognostizieren und in Szenarien aufzuzeigen. Fragen wie „Berücksichtigen geplante Veränderungen die vielfältigen Bedarfe der Gesellschaft? Sind Strategien für Anpassungsmaßnahmen angedacht?“ stellen sich. Zielrichtung der zu erarbeitenden Folgerungen aus dem Analyseprozess sollte es sein, Räume zu schaffen, die für eine möglichst konfliktfreie gleichberechtigte Nutzung diverser Bevölkerungsgruppen geeignet sind, Inklusion ermöglichen und zugleich eine Resilienz gegen missbräuchliche Nutzung aufweisen.
Melanie Schlüter
 Melanie Schlüter

Melanie Schlüter studierte Erziehungswissenschaft mit Nebenfach Soziologie (B.A.) sowie Soziologie (M.A.) an der Universität Bielefeld. Seit 2020 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dezernat Forschung, Prävention und Jugend sowie im Kompetenzzentrum Urbane Sicherheit (KURBAS) des LKA Niedersachsen. Sie berät lokale Akteure zu den Themen Urbane Sicherheit, städtebauliche Kriminalprävention sowie subjektive (Un-)Sicherheit im öffentlichen Raum. Darüber hinaus forscht sie in nationalen und europäischen Forschungsprojekten. Von 2020-2021 war sie zuständig für das EU-Projekt "Cutting Crime Impact (CCI)" zum Thema polizeiliche Kriminalprävention und entwickelte dort die Methodenbox "INSIGHT - Einblicke in subjektive Sicherheit im öffentlichen Raum". Seit Oktober 2023 unterstützt sie inhaltlich in dem EU-Projekt "Engage to Innovate (E2i)".

Dr. Anke Schröder
Dr. Anke Schröder

Dr. Anke Schröder war bis 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Architektursoziologie an der Leibniz Universität Hannover und wechselt 2009 als Projektleiterin internationaler und nationaler Forschungsprojekte in die Prävention und die kriminologische Forschung im Landeskriminalamt Niedersachsen. Im Jahr 2017 gründete sich das Kompetenzzentrum Urbane Sicherheit im LKA, dessen Vorsitz sie bis heute inne hat. Seit 2022 leitet Anke Schröder die kriminologische Forschung im Dezernat Forschung, Prävention und Jugend. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen im Bereich des Wissenstransfers zwischen Theorie-Praxis und vice versa und im Bereich Urbaner Sicherheit mit allen baulich-räumlichen und der sozialräumlichen Facetten.