Kongressprogramm

Feindbild Queer – Queerfeindlichkeit erkennen und begegnen

Theresa Zängler
LAG Queeres Netzwerk Sachsen e.V.

Abstract:
Das Phänomen der politisch motivierten Straftaten hat laut Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Besonders besorgniserregend sind in diesem Zusammenhang u.a. die Zahlen zu queerfeindlicher Hasskriminalität. So sind die gemeldeten Straftaten im Themenfeld „Sexuelle Orientierung“ um knapp 50% und im Themenfeld “Geschlechtsbezogene Diversität” um über 100% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insbesondere in rechtsextremistischen und antifeministischen Szenen wird vermehrt gegen lsbtiq*-Communities mobilisiert und die “Gender-Ideologie” zum Feindbild erklärt. Dies zeigt: Offen queer zu sein und zu leben, birgt noch immer die große Gefahr, Zielscheibe von Angriffen und Gewalt zu werden.
Wir beleuchten in unserem Vortrag das Phänomen der Queerfeindlichkeit als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und betrachten Erscheinungsformen, Ursachen und Ausmaße. Anhand von Best-Practices erläutern wir interventionistische bzw. präventive Handlungsmöglichkeiten, um Vorurteile und Hass gegenüber lsbtiq* Personen abzubauen. Neben der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nehmen wir auch die Sensibilisierung der Polizei und die Stärkung von Opferschutzmaßnahmen in den Blick.

"lsbtiq*" steht für: lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen. Der Stern dient als Platzhalter für weitere sexuelle und geschlechtliche Identitäten.
Theresa Zängler
 Theresa Zängler

Theresa Zängler studierte B.A. Internationale Beziehungen an der Universität Erfurt und M.A. Politikwissenschaft an der Universität Leipzig. Ihre Forschungs- und Interessensgebiete lagen dabei auf Feministischen Theorien, Anti-Feminismus, Geschlechterordnungen, reproduktiver und sexueller Selbstbestimmung sowie politischer Repräsentation. Diese Themen griff sie regelmäßig bei ihrer Arbeit als freie Autorin auf. Seit 2024 ist sie als Bildungsreferentin bei der Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen für Sensibilisierungs-, Netzwerk- und Projektarbeit tätig. Eines ihrer Hauptanliegen ist es, die Lebensrealitäten von FLINTA*s und Queers stärker ins Zentrum politischer und gesellschaftlicher Debatten zu rücken.